Ich feiere das freie Spiel, die Langeweile, das einfache Zusammensein.
Wir – meine beiden Kinder, mein Mann und ich – sind immer zu spät dran und werfen kurzfristig Pläne über den Haufen, weil wir doch noch einen Moment verweilen wollen.
Auf unseren Umwegen und im Nichtstun begegnen uns die schönsten Momente und die wichtigsten Gespräche mit unseren Kindern.
Wir lieben unsere Rituale: abends vom wichtigsten Moment des Tages erzählen oder zusammen Tagebuch schreiben.
Mir ist es wichtig damit dem Hetzen des Wochentags etwas entgegen zu setzen und ausruhen zu ermöglichen.
Gemeinsam gehen wir in den Wald, ins Theater und auf Demos. Die Spielplätze werden langsam seltener.
Als Familie mischen wir uns ein, diskutieren, was um uns herum geschieht und ringen uns gegenseitig Haltungen ab.
Jetzt, wo die Kinder älter werden, nimmt das immer mehr Raum ein. Weil sie die Gruppen, in denen sie sich bewegen, befragen und mitgestalten wollen. Weil sie mit vielen verschiedenen Familienbildern in Berührung kommen, die unsere Gespräche und Haltungen immer bereichern.
Immer öfter erwischte ich mich dabei, dass diese kleinen Momente nicht mehr nur wahrnehmen und beobachten, sondern einfrieren wollte.
So wurde meine Kamera unser ständiger Begleiter – selbstverständlich dabei, ohne dass es jemanden besonders störte oder durch ein „Guck mal in die Kamera!“ der Moment unterbrochen wurde.
Mir wurde immer klarer, dass das, was ich in Fotos festhalte, später für meine Kinder und mich ein wesentlicher Teil unserer Familienerzählung sein wird, unserer gemeinsamen Identität.
Die Fotos werden ihnen Erinnerungsstücke und Anlässe zum Erzählen sein. Sie werden ihnen dabei helfen, sich ihrer Wurzeln bewusst zu sein.
Wie wichtig dieses Fotografieren ist, wurde mir im Austausch mit anderen Familien deutlich. Das war der Moment, als ich die große Relevanz wirklich begriff und mein Weg in die Selbstständigkeit als Fotografin neben meiner Tätigkeit als Theaterpädagogin begann.
Übrigens: Hallo, ich bin Tabea und ich fotografiere Familien in ihren alltäglichen und besonderen Momenten, damit erinnern möglich ist.
Du möchtest mehr über mich als Fotografin erfahren? Dann lies dieses Interview, das das doku.kollektiv mit mir geführt hat: